"Der Goldene Handschuh" feiert Premiere auf der Berlinale

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Gioldene Handschuh von Fatih Akin auf der Berlinale

Moin und Gruß von der Berlinale aus Berlin! (Wo sollte Sie auch sonst sein! ;-) Ich komme gerade aus einer der ersten Vorstellungen des “Goldenen Handschuh”. Dem neuen Film von Fatih Akin, der gestern hier auf der Berlinale Premiere hatte. Bei der Presse kam der Film wohl nicht ganz so gut weg. Dem Publikum im Kino “Haus der Berlinale Festspiele” hat die Aufführung weitestgehend gut gefallen. Soweit einem an der eigentlichen Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka was gut gefallen kann. Aber es geht ja auch um die Umsetzung. Und die Umsetzung ist meiner Meinung nach Fatih Akin gut gelungen. Im Film geht es um die Ermordung von 4 Frauen Anfang der 1970er Jahre in Hamburg durch den Frauenmörder Fritz Honka. Dieser fand seine Opfer meist auf St. Pauli in der Kneipe “Zum Goldenen Handschuh” am Hamburger Berg.

 

Ich habe dort eine kleine Rolle in dem Film als Komparse und Imbissbudenbesitzer auf dem Hamburger Berg und bin jetzt also nicht nur auf meinen Kiez-Kapitän Touren auf St. Pauli als Tourguide unterwegs, sondern auch als Komparse im Großstadtrevier, Morden im Norden, Notruf Hafenkante und vielen weiteren Filmen zu sehen.

 

Aber jetzt mal eine kurze Einschätzung zu dem Film! Es ist nix für feinfühlige Menschen. Aber das war ja bei der Vorlage des Originals nicht zu erwarten. Das Buch von Heinz Strunk wurde vor ein paar Jahren zum Bestseller. Also es scheint die Menschen nicht nur abzuschrecken, sondern auch auf eine gewisse Art und Weise anzuziehen. Der Schauer des Grauen und vielleicht auch der Gedanke, dass es einem selber besser geht und man nicht in dieser Zeit und in diesem Umfeld leben musste und hinterher das Kino verlässt und gemütlich ein Bier trinken geht. Der Film orientiert sich an dem Buch von Strunk. Auch was die derbe Sprache und die Morde angeht. Allerdings ist die Wortwahl auch nicht anders, als in anderen Filmen. Hier ist es manchmal nur die Flut an derben Ausdrücken, die alleine dadurch einige Szene noch eindringlicher werden lässt. Aber der Anspruch von Akin war ja auch, einen Horrorfilm zu machen. Dann darf und muss das auch derbe sein. Verklärende St. Pauli-Folklore ist da fehl am Platz. Einige Szenen finde ich etwas lang. Zwei Morde werden deftig ausgewalzt. Aber so ist diese Geschichte nun mal. Und deshalb ist es im Rahmen der Vorgabe ein guter Film. Etwas schleppend wirken einige Szenen, da Fatih Akin oft nur mit einer Einstellung arbeitet und dann rein optisch etwas der Schwung fehlt. Und als Frau geht man am besten nicht alleine rein. Ab und zu braucht man vielleicht etwas Zuwendung. Ich fand es nicht eklig. Paar komische Momente gibt es auch. Manche Zuschauer haben an Stellen gelacht, die bei aller Brutalität auch eine ironische Seite hatten. Stichwort Duftbaum!

 

Ich bin in einer der letzten Szenen in dem Film zu sehen. Früher gehen geht also nicht. :-) Eine Einstellung im Imbiss auf dem Hans Albers Platz. Im Hintergrund zu sehen und beim Verkauf einer Wurst an die noch lebende letzte Freundin von Fritz Honka. Das letzte Opfer. Allerdings ist durch die Scheibe weder das fleckige Feinrippshirt und die Hosenträger zu sehen, noch die angeklebten Koteletten und die Schiffchenmütze. Dabei hat die Maske sich so viel Mühe gegeben. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und interessant zu sehen, was nach 3 Stunden Dreharbeiten und 24 Versuchen übrig bleibt. Bis auf einen Mitkomparsen, sind alle anderen 10 mit angereisten Komparsen nicht im Bild. Da hat Fatih alle rausgenommen. Auch der alte Porsche und der Opel Kadett sind nicht zu sehen.

 

Also alles sehr spannend für mich! Und am bestens macht Ihr Euch ein eigenes Bild von dem Film! 

 

Mehr Infos auf https://goo.gl/a7dByF

 

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Gioldene Handschuh von Fatih Akin nach Heinz Strunk mit dem Kiez-Kapitän