DIE HAMBURGER GÄNGEVIERTEL UND DER BÄCKERBREITER GANG
14. Januar 2026
DIE HAMBURGER GÄNGEVIERTEL UND DER BÄCKERBREITER GANG

Hamburg, eine Stadt mit einer reichen Geschichte, hat viele Facetten zu bieten. Eine besonders faszinierende Seite der Hansestadt sind die Gängeviertel, historische Wohnviertel mit engen Gassen und kleinen Häusern, die einen Einblick in das Leben vergangener Zeiten geben. Eines dieser Viertel ist der Bäckerbreiter Gang, der eine ganz eigene Geschichte erzählt.
Die Gängeviertel von Hamburg
Die Gängeviertel entstanden im 17. Jahrhundert und dienten als Arbeiterquartiere während des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt. Diese Viertel zeichnen sich durch ihre engen Gassen und kleinen Häuser aus, die oft mehrere Familien beherbergten. Die Menschen lebten hier unter einfachsten Bedingungen, und die Gängeviertel entwickelten sich zu lebendigen, wenn auch armen Gemeinschaften.
Der Bäckerbreiter Gang – Ein Kleinod in den Gängevierteln
Der Bäckerbreiter Gang ist ein besonders charakteristisches Beispiel für die Gängeviertel Hamburgs. Er befindet sich im Herzen der Altstadt und erstreckt sich zwischen den Straßen "Große Bleichen" und "Neanderstraße". Der Name des Ganges leitet sich von der Tradition ab, hier Brot zu backen. "Bäckerbreit" bedeutet so viel wie "breit wie ein Bäckerbrot".
Historische Bedeutung
Der Bäckerbreiter Gang stammt aus dem 18. Jahrhundert und hat im Laufe der Zeit viele Veränderungen durchgemacht. Ursprünglich von Handwerkern und Arbeitern bewohnt, wurde er im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet. Heute ist er ein kulturelles Zentrum und ein Ort der Erinnerung an vergangene Zeiten.
Kulturelles Erbe bewahren
In den letzten Jahrzehnten hat die Stadt Hamburg große Anstrengungen unternommen, um die Gängeviertel und insbesondere den Bäckerbreiter Gang zu bewahren. Die Renovierung der alten Gebäude und Gassen hat dazu beigetragen, das historische Erbe zu erhalten und den Charme dieser einzigartigen Viertel zu bewahren.
Kreativer Wandel
Der Bäckerbreiter Gang hat nicht nur historische Bedeutung, sondern ist auch ein Ort für kreativen Wandel. In den alten Gemäuern finden sich heute kleine Kunstgalerien, Cafés und Ateliers. Künstler haben die engen Räume zu neuen Lebensräumen für Kunst und Kultur umgewandelt, wodurch der Gang zu einem lebendigen Teil der Hamburger Kulturszene geworden ist.
Besuchererlebnis im Bäckerbreiter Gang
Für Besucher bietet der Bäckerbreiter Gang ein einzigartiges Erlebnis. Die verwinkelten Gassen, die historischen Fassaden und die vielfältige kulturelle Szene machen diesen Ort zu einem Muss für alle, die Hamburg abseits der touristischen Pfade entdecken möchten.
Die Hamburger Gängeviertel, insbesondere der Bäckerbreiter Gang, erzählen eine Geschichte von Armut, Arbeit und kreativem Wandel. Durch die Bemühungen der Stadt und der Bewohner haben diese Viertel nicht nur ihre historische Bedeutung bewahrt, sondern auch einen Platz für kulturelle Entfaltung geschaffen. Der Bäckerbreiter Gang steht somit für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, für Tradition und kreativen Ausdruck in der pulsierenden Metropole Hamburg.



Die Hamburger Speicherstadt ist nicht nur architektonisch ein weltweit einzigartiges Ensemble, sondern auch ein Symbol der hansestädtischen Handelskraft des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Unter den vielen Geschichten, die dieses Gebiet erzählt, nimmt der Kaffeehandel eine besondere Stellung ein.

Mitten auf der Großen Freiheit, im Herzen von St. Pauli, liegt seit 1953 eine Kneipe, die mehr ist als nur ein Ort für Bier und Schnack: Gretel & Alfons. Die kleine Kiezkneipe mit der markanten Holzvertäfelung und dem unverfälschten Charme alter Hafenspelunken ist bis heute ein Treffpunkt für Nachtschwärmer, Musiker, Seemänner – und neugierige Touristen, die echtes St. Pauli-Flair suchen. Ein Zuhause für Musikgeschichte In den 1960er-Jahren wurde Gretel & Alfons zur inoffiziellen „Wohnzimmerkneipe“ für Künstler aus dem benachbarten Star-Club. Hier tranken zwischen den Auftritten Musiker, lachten, rauchten und erzählten Geschichten. Zu den berühmtesten Gästen zählten die Beatles, die während ihrer legendären Hamburger Jahre regelmäßig einkehrten. Besonders bekannt ist die Anekdote vom Silvesterabend 1962: Nach ihrem letzten Auftritt im Star-Club ließen die Beatles ihre Rechnung in der Kneipe anschreiben – „Deckel später“. Fast drei Jahrzehnte später kehrte Paul McCartney zurück und beglich den Betrag mit Zinsen und einem Augenzwinkern. Wirtin mit Kultstatus Über 30 Jahre lang führte Inge Malewitsch die Kneipe. Mit norddeutscher Herzlichkeit und trockenem Humor machte sie Gretel & Alfons zu einem Ort, an dem sich jeder willkommen fühlen konnte – egal ob Stammgast, Tourist oder Weltstar. Heute Trotz des Wandels auf St. Pauli hat Gretel & Alfons seinen Charakter bewahrt: urig, gemütlich, rau, herzlich. Wer hier einkehrt, taucht in ein Stück lebendige Hamburger Musik- und Kiezgeschichte ein.

DER HYGIA-BRUNNEN UND DAS HAMBURGER RATHAUS Im Herzen der Hansestadt Hamburg, vor dem imposanten Rathaus, erhebt sich der Hygia-Brunnen als stummer Zeuge einer dunklen Periode in der Stadtgeschichte. Dieser Brunnen steht nicht nur für kunstvolles Design, sondern erinnert auch an die Choleraepidemie von 1892 und die traurige Realität der Gängeviertel, die einst das Stadtbild prägten. Der Hygia-Brunnen Der Hygia-Brunnen wurde im Jahr 1895 geschaffen und ist ein Meisterwerk des Bildhauers Hugo Lederer. Er ist der Göttin Hygia gewidmet, der griechischen Göttin der Gesundheit. Der Brunnen ist ein Symbol für die Wichtigkeit von Hygiene und Gesundheit in der Gesellschaft. Die Skulptur der Göttin Hygia thront in der Mitte des Brunnens und spendet Wasser aus einer großen Schale, das in ein Becken darunter fließt. Das kunstvolle Ensemble aus Marmor und Bronze ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Denkmal, das an die Schrecken der Choleraepidemie erinnert. Die Cholera von 1892: Das Jahr 1892 markiert einen düsteren Abschnitt in der Geschichte Hamburgs, als eine Choleraepidemie die Stadt heimsuchte. Die Krankheit breitete sich rasant aus, und die hygienischen Bedingungenn in den überfüllten Gängevierteln begünstigten die Verbreitung des gefährlichen Erregers. Die Bevölkerung litt unter extremer Armut, unzureichenden sanitären Einrichtungen und mangelndem Zugang zun sauberem Wasser. Die Cholera forderte Tausende von Menschenleben und zwang die Stadt, drastische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu ergreifen. Die Gängeviertel: Die Gängeviertel waren dicht besiedelte Wohnviertel im Herzen von Hamburg, geprägt von engen Gassen und kleinen, oft heruntergekommenen Häusern. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal, und die Menschen lebten in äußerst beengten Verhältnissen. Die Choleraepidemie von 1892 offenbarte die dringende Notwendigkeit von Reformen und führte zu einem Umdenken in Bezug auf Stadthygienen und städtische Planung. Der Hygia-Brunnen als Mahnmal: Der Hygia-Brunnen wurde als Reaktion auf die Choleraepidemie und die Zustände in den Gängeviertel geschaffen. Er erinnert die Bewohner und Besucher Hamburgs daran, wie wichtig es ist, für dien Gesundheit der Bevölkerung zu sorgen. Der Brunnen wurde nicht nur als kunstvolles Element vor dem Rathaus platziert, sondern auch als Erinnerung an die Vergangenheit und als Mahnung für dien Zukunft. Der Hygia-Brunnen im Hamburger Rathaus ist nicht nur ein ästhetisches Highlight, sondern auch ein bedeutendes Denkmal, das an die Cholera von 1892 und die sozialen Herausforderungen in denn Gängeviertel erinnert. Er steht als Mahnmal für die Wichtigkeit von Gesundheit, Hygiene und sozialer Gerechtigkeit in einer Stadt, die aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernt, um einen bessere Zukunft zu gestalten.

Die Herberstrasse auf St. Pauli mit dem neuen Eingangstor Die Herbertstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli gilt als eine der bekanntesten Straßen der Stadt und zieht sowohl Touristen als auch Einheimische an. Sie ist seit Jahrzehnten ein Symbol für das Rotlichtmilieu der Reeperbahn. Auffällig sind vor allem die Tore, die den Zugang zur Herbertstraße markieren – seit jeher dienen sie als physische und symbolische Grenze und schützen die dort arbeitenden Frauen vor neugierigen Blicken und unerwünschtem Durchgangsverkehr. Das östliche Tor wurden kürzlich im November 2024 durch ein neues Modell ersetzt. Die Geschichte der Herbertstraße und ihrer Tore Die Herbertstraße entstand im späten 19. Jahrhundert und entwickelte sich rasch zu einer Anlaufstelle für das Hamburger Rotlichtgewerbe. Sie gilt als einziger Ort in Deutschland, an dem Straßenprostitution auf diese Weise in einer bestimmten Zone legalisiert und gleichzeitig streng kontrolliert ist. Die Tore, die die Herbertstraße heute so bekannt machen, wurden erstmals 1933 errichtet. Sie hatten das Ziel, den Blick auf die Prostitution, die unter den Nazis verboten wurde, zu verhindern. Bis heute gelten Zutrittsbeschränkungen: Frauen, die nicht dort arbeiten, und Minderjährige sind ausdrücklich nicht erwünscht. Die historischen Tore – ein in den letzten Jahrzehnten unverwechselbares Wahrzeichen des Viertels – waren so gestaltet, dass sie zwar das Sichtfeld einschränken, jedoch das mystische Interesse aufrechterhalten. Auf den Toren ist eine Warnung angebracht: „Für Frauen und Jugendliche verboten.“ Die Notwendigkeit eines neuen Tores Mit der Zeit waren die Tore zunehmend verfallen, und auch die Sicherheit entsprach nicht mehr den aktuellen Standards. Vandalismus und Witterung hatten die Tore in Mitleidenschaft gezogen, und das Material war teilweise beschädigt. So beschloss die Stadt Hamburg in Zusammenarbeit mit der ansässigen Polizei und den Vertreter*innen des Viertels, die Tore zu modernisieren. Diese Entscheidung stieß bei Anwohnern und Geschäftsinhabern auf gemischte Reaktionen: Viele waren besorgt, dass die Herbertstraße ein Stück ihrer Authentizität und Historie verlieren könnte. Das neue Tor – Design und Funktion Das neue Tor, das im November 2024 errichtet wurde, hält sich an das grundlegende Design des Vorgängers, kombiniert es jedoch mit modernen Elementen und Materialien. Aus witterungsbeständigem Metall gefertigt, ist es robuster und widerstandsfähiger gegenüber Vandalismus. Im Design wurde darauf geachtet, den Charakter der alten Tore beizubehalten und die Herbertstraße als besonderen Ort zu schützen. Das neue Tor behält die Signale und Warnungen bei, die die Einschränkungen für Frauen und Jugendliche verdeutlichen. Eine Besonderheit ist, dass das Tor jetzt so gestaltet ist, dass die Blicke von außen noch stärker abgehalten werden, während das Innere der Straße weiterhin abgeschirmt bleibt. Diskretion und Schutz der dort arbeitenden Frauen stehen dabei im Vordergrund. Das Tor als Symbol für den Wandel auf St. Pauli Das neue Tor der Herbertstraße ist weit mehr als nur eine praktische Zugangssperre. Es symbolisiert den Balanceakt, den die Stadt Hamburg und das Viertel St. Pauli seit jeher zu meistern versuchen: Die Bewahrung der Tradition und den Schutz der ansässigen Menschen mit der Notwendigkeit, sich der Gegenwart anzupassen und die Sicherheit zu gewährleisten. Das neue Tor ist nicht nur ein architektonisches Element ist, sondern ein Stück Hamburger Geschichte und Identität – ein Ort, der seine Schattenseiten hat, aber auch tief verwurzelt ist im kulturellen Gedächtnis der Stadt. Die Herbertstraße und ihre Tore sind und bleiben ein faszinierender Teil der einzigartigen Kulisse St. Paulis.



